Jantelag in Perfektion

Der stellvertretende Schulleiter Rüdiger Behrend geht in Pension

Ein stellvertretender Schulleiter am MDG Mölln hat viel zu leisten und allein die Verwaltungsarbeit kann einen vollständig ausfüllen. Rüdiger Behrend hat diese Verwaltungsarbeit immer mit hohem Anspruch und hoher Qualität in einer geradezu vorbildlichen Weise ausgeübt. Dabei hat Rüdiger Behrend verstanden, dass alle eingebrachte Kompetenz und alles Handeln als stellvertretender Schulleiter keinen Selbstzweck darstellen, sondern dass sie ihren Sinn erst dann erfüllen, wenn damit Voraussetzungen für Schulgestaltung und Schulentwicklung  geschaffen werden. Er hat sich immer verstanden als Dienstleister, der seine Leistungen bewusst in den Dienst einer gelingenden Schule gestellt hat.

Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass Rüdiger Behrend 2017/18 fast ein Jahr lang in Doppelfunktion als Schulleiter und stellvertretender Schulleiter tätig war. Die gesamte Schulgemeinschaft ist  ihm zutiefst dankbar dafür, dass er in einer schweren Zeit auf seine eigene und besondere Art diese Doppelfunktion übernommen hat. Rüdiger Behrend hatte nie den Wunsch, Schulleiter zu sein. Er ist für mich der beste Schulleiter, der nie einer werden wollte.

Gleichzeitig zu seiner verantwortungsvollen Verwaltungsarbeit hat Rüdiger Behrend in seinen fast 20 Jahren am MDG Mölln mit derselben Intensität und Verantwortungsbereitschaft nachhaltig gestaltend gewirkt, neue Prozesse in der Schulentwicklung initiiert und sie federführend begleitet:

  • Die Entwicklung und Umsetzung des 60-Minuten-Modells
  • das Raum-Konzept
  • die Digitalisierung
  • oder die Erstellung des Jahrbuchs

In all diesen Handlungen hat Rüdiger Behrend auf den Dialog und die enge Zusammenarbeit von Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen und Schülern gesetzt. Diese Kultur des Austausches und der konstruktiven Kooperation im Sinne einer ständigen Entwicklung der Schule ist kennzeichnend für die Lehrer-Persönlichkeit Rüdiger Behrend. Wir haben Rüdiger Behrend kennengelernt als einen immer ansprechbaren, immer zugewandten Kollegen, mit ausgeprägter Hilfsbereitschaft, Kollegialität und Teamfähigkeit. Sein ganzes Handeln war gekennzeichnet von großer Empathie gegenüber den Menschen in der Schule. Er hat damit die Entwicklung der Schule und das Miteinander in der Schulgemeinschaft nachhaltig geprägt.

In all seinem Handeln war für Rüdiger Behrend war etwas kennzeichnend, das man im Schwedischen „Jantelag“ nennt. Dieser Begriff steht repräsentativ für die schwedische Mentalität und bedeutet so viel wie „Du bist nicht besser als die anderen!“. Bevor er nach Mölln kam, war Rüdiger Behrend acht Jahre lang an der deutschen Schule in Stockholm tätig. Spätestens hier hat er sich diesen Grundsatz zu eigen gemacht.

Es hat mich immer sehr beeindruckt, wie jemand so allgegenwärtig in der Schule sein kann und sich dabei gleichzeitig so wenig in den Vordergrund stellt, wie jemand so bedeutend sein kann und sich gleichzeitig so bescheiden im Hintergrund hält. Rüdiger Behrend selbst hat es mal so formuliert: „Immer das Ganze sehen, nicht sich selbst.“

Ich habe Rüdiger Behrend erlebt als einen Menschen, der seinen Beruf zur Berufung gemacht hat, der sich der Aufgabe, die er sich hier gesucht und übernommen hat, mit seiner ganzen Person und Persönlichkeit hingegeben hat, mit all seinen Fähigkeiten, Überzeugungen und Werten. Das Marion-Dönhoff-Gymnasium Mölln ist ihm zu größtmöglichen Dank verpflichtet.

Wir werden uns immer gern an Rüdiger Behrend erinnern. Und wir wissen, sich an Rüdiger Behrend zu erinnern, bedeutet, von ihm zu lernen. Wir werden versuchen, gute Schülerinnen und Schüler zu sein.

 

Jan Ullrich, Schulleiter

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