Projekt Net-Piloten startet noch vor den Sommerferien

Wir machen unsere Schülerinnen und Schüler stark gegen Mediensucht

Nach der Schule erst einmal eine Runde das neue Onlinespiel spielen, ein Video für TikTok aufnehmen oder per WhatsApp mit der Freundin Pläne für das kommende Wochenende schmieden? Für die meisten Kinder und Jugendlichen sind digitale Medien zu einem ständigen Begleiter im Alltag geworden, die sie zu unterschiedlichen Zwecken nutzen – sei es zu Kommunikations-, Informations- oder Unterhaltungszwecken.

Diese vielen neuen Möglichkeiten haben das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig verändert und durch die ständige Verfügbarkeit digitaler Medien sind auch neue Anforderungen und Probleme entstanden. Nicht allen Heranwachsenden gelingt es, auch mal Zeit ohne digitale Medien zu verbringen und zu gestalten. So wird aus der einen Runde schnell ein ganzer Nachmittag, den man mit dem neuen Onlinespiel oder in sozialen Netzwerken verbringt. Im schlimmsten Fall wird das reale Leben zur Nebensache, Freundschaften, die eigene Gesundheit und Hygiene werden vernachlässigt, der permanente Schlafmangel führt zu Konzentrationsschwierigkeiten und Leistungsabfall in der Schule – und all diesen Problemen wird wiederum durch die Flucht ins Onlineleben begegnet, weil die Anerkennungs- und Belohnungs­mechanismen dort allzeit verfügbar sind. In einem solchen Fall spricht man von Mediensucht.

Studien zufolge gelten ca. 4 % der 14-16-Jährigen als mediensüchtig, während bei ca. 15 % die Internetnutzung als problematisch angesehen wird. Auch wenn die Art der Mediennutzung dabei geschlechtsspezifisch ausgeprägt ist (Mädchen nutzen eher soziale Netzwerke, Jungen Computerspiele), sind Jungen und Mädchen davon gleichermaßen betroffen. Wie schwerwiegend das Problem ist, zeigt sich dadurch, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO die Computerspielesucht gerade als Krankheit offiziell anerkannt hat.

Zu erkennen, wann es sich beim Ausprobieren digitaler Medien tatsächlich noch um Ausprobieren handelt, ab wann man von Gewöhnung, Missbrauch oder sogar Mediensucht spricht, ist für die Betroffenen selbst kaum zu erkennen. Eltern, Freunde und Außenstehende kommen in vielen Fällen nur noch schwer an die von Mediensucht Betroffenen heran.

Um unsere Schülerinnen und Schüler für dieses immer wichtiger werdende Thema zu sensibilisieren, starten wir in der letzten Schulwoche das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung initiierte Projekt Net-Piloten. Frau Conrad und Frau Schulz, die sich zu Multiplikatorinnen haben ausbilden lassen, werden dazu 16 Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen zu Net-Piloten ausbilden. Als Experten in diesem Themengebiet werden die Net-Piloten einerseits in ihren Klassen als Ansprechpartnerinnen/ -partner und Vorbilder dienen, andererseits werden sie ihr Wissen im kommenden Schuljahr an die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen weitergeben. In drei Workshops wird dann gemeinsam erarbeitet werden, welche Faktoren dazu führen, dass Onlinespiele und soziale Netzwerke süchtig machen, an welchen Indizien eine problematische Internetnutzung erkannt werden kann und wie man sich selbst stärken und vor gefährdenden Einflüssen schützen kann.  Die Vermittlung durch Gleichaltrige stellt dabei einen nachhaltigeren Ansatz als die Vermittlung durch eine Lehrkraft dar, da Jugendliche häufig ähnliche Präferenzen in der Mediennutzung haben und Inhalte deshalb überzeugender vermitteln können. Somit hoffen wir, als Schule einen Beitrag zur gesunden Medien­nutzung leisten zu können.

Weitere Infos zu dem Projekt finden Sie hier:

https://www.multiplikatoren.ins-netz-gehen.de/net-piloten/ziele-und-inhalte/der-peer-ansatz

Hier kann der Projekt-Flyer heruntergeladen werden:

https://www.bzga.de/infomaterialien/suchtvorbeugung/net-piloten-an-der-schule-peer-projekt-zur-praevention-von-medienabhaengigkeit/

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