Förderkonzept

Warum ein Förderkonzept an Gymnasien?
Neben der neuen Versetzungsordnung, die vorsieht, dass ab Klassenstufe 7 bis einschließlich 9 eine Wiederholung nur auf ANtrag der Eltern erfolgt, und eine Verswetzung unter Vorbehalt mit der expliziten Formulierung von Fördermaßnahmen zu koppeln ist, ist deutlich darauf hinzuweisen, dass auch an Gymnasien nicht von einer homogenen Schülerschaft auszugehen ist. Heterogenität im Sinne von Vielfalt ist an sich positiv zu bewerten. Die Heterogenität finden wir sowohl in unterschiedlichem Leistungsvermögen als auch in unterschiedlichen Interessen und Persönlichkeiten. Daher muss dieser auch Rechnung getragen werden. Will man der Vielfalt gerecht werden, bedeutet dies, dass der einzelne Schüler/die einzelne Schülerin stärker in den Mittelpunkt aller pädagogischen Maßnahmen und des Unterrichts rücken muss.
Sinnvolle und effektive Förderung kann jedoch nur gelingen, wenn alle an der Schule beteiligten Personen sich um diese bemühen.

Was sind die Ursachen für Förderbedürftigkeit?
Folgende Beobachtungen haben wir durch Auswertung der Zeugnisse ermittelt:
In den unteren Klassen sind die Ursachen der Förderbedürftigkeit einzelner Schüler/innen häufig nicht rein fachlicher Natur, sondern stäker bzw. gekoppelt an fehlendes Selbstmanagement. Schüler/innen haben Schwierigkeiten sich und ihren Lernprozess zu organisieren und zu reflektieren.
Unterforderung von überdurchschnittlich begabten Schülern/innen zeigt sich häufig auf der Verhaltensebene.
In den Klassenstufen 7, 8, 9 sind überproportional viele Jungen unter den Schülern, die die Klasse erhebliche fachliche Mängel aufweisen. Die mangelhaften Leistungen treten überwiegend in der zweiten Fremdsprache und Mathematik auf.
In Schülerbefragungen wurden folgende Ursachen dafür genannt:
- fehlende Vor- und Nachbereitung des Unterrichtsstoffes
- keine regelmäßig angefertigten Hausaufgaben
- Motivationsprobleme
- persönliche Probleme
- Überforderung

Welches Ziel verfolgt eine sinnvolle Förderung?
Sinnvoll und effektiv zu fördern bedeutet, die Stärken und Schwächen des Einzelnen zu erkennen und an diesen anzusetzen. Nach Möglichkeit soll jede/r Bedingungen erhalten, die sie/ihn befähigen, die ihr/ihm mögliche Leistung zu erbringen. Das kann für die/den eine(n) die ausreichende, für die/den andere(n) die überdurchschnittliche Leistung sein, im Einzelfall aber auch die Erkenntnis bedeuten, dass das Kind an einer anderen Schulart besser gefördert werden kann.

Wer ist an Förderung beteiligt?
1. Im Mittelpunkt der Förderung stehen die Schülerinnen/die Schüler in ihrer Individualität und den sich daraus ergebenden Notwendigkeiten für eine Förderung. Von ihnen werden der Wille und das sich daraus ergebende Bemühen erwartet, Lernen als Akt des eigenständigen Handelns zu begreifen, was zur Folge hat, dass niemand anderer als sie selbst es vollbringen kann. Von ihnen wird also die Bereitschaft zum selbstverantwortlichen, eigenständigen Arbeiten und Lernen erwartet.

2. Lehrer/innen fördern Schüler/innen durch veränderten Unterricht, der den Einzelnen stärker in das Blickfeld rückt, durch gezieltes Methodentraining, individuelle Lernpläne und Beratungsgespräche. Voraussetzung für eine sinnvolle Förderung ist eine aussagekräftige Diagnostik auf Schulebene und auf fachlicher Ebene (Defizit- und Kapazitätsermittlung). Darüber hinaus ist als Voraussetzung für alle Gruppen die Gesprächsbereitschaft hervorzuheben.

3. Eltern unterstützen ihre Kinder bei den Fördermaßnahmen durch Lernpläne und im Bereich des Methodenlernens. Themenzentrierte Elternabende, Elternsprechtage und Elternabende dienen als Foren der Austausches in diesem Bereich.

4. Darüber hinaus gewährleisten externe Spezialisten qualifizierte Förderung: durch fachspezifischen Unterricht, z. B. in Musik, Mathematik oder weiteren Sprachen, durch externe Beratungsangebote (Schulpsychologe, Fachkräfte der Astrid-Lindgren-Schule Mölln), durch Wettbewerbe und durch weitere Einzelprojekte.

5. Die Schulgemeinschaft insgesamt bemüht sich um die Schaffung einer lernfördernden Umgebung und Atmosphäre. Schüler/innen der Klassen 9 bis Q1 engagieren sich als Tutoren im Projekt „Schüler helfen Schülern“.

Welche Fördermaßnahmen gibt es?

Das gesamte Förderkonzept kann man hier downloaden. Es stellt alle Einzelmaßnahmen in den jeweiligen Stufen und für einzelne Zielgruppen detailliert dar.

Welche Entwicklungsschwerpunkte setzen wir uns?
-
Verankerung des Methodencurriculums und konsequente Umsetzung im alltäglichen Fachunterricht
- langfristige Änderung der Unterrichtskultur durch Fortbildungsangebote (Binnendifferenzierung / Kompetenzorientierung / veränderte Aufgabenkultur / Diagnostik / kooperatives Lernen), Förderung von Teamarbeit, um „learning on the job“ und kollegiale Unterrichtsbeobachtung zu ermöglichen
- Weitere Auseinandersetzung mit dem überdurchschnittlich häufigen Versagen der Jungen mit dem Ziel, hier Abhilfe zu schaffen
- Zeit für Gespräche schaffen
- Einrichtung von Beratungsmöglichkeiten an unserer Schule
- Schaffung von Rahmenbedingungen für individualisierte Arbeitsplätze (Lernatelier)